Vor meiner Haustür
»Stolpersteine« von Gunter Demnig
Ein Begleitbuch
Herausgegeben von Joachim Rönneper
Arachne Verlag Gelsenkirchen
Klappenbroschur
16 x 23 cm
ISBN 978-3-932005-40-4
24,– Euro
Wer nicht stolpert, geht nicht
Der editorische Spannungsbogen des Buches ist weit: Nach Informationen zum Projekt begegnet man im Hauptteil u.a. Kurzgeschichten, Gedichten, in denen Verfolgung, existentielle Beraubung und Exil mit Angst und Entsetzen vor Augen geführt werden. Es sind Texte von Überlebenden, Texte, die auf die millionenfache Menschenvernichtung während der NS-Zeit zeigen und die Hand in die Wunde unsäglicher Erschütterung legen. Der letzte Abschnitt widmet sich dem Aktionskünstler Gunter Demnig und macht deutlich, wie das Projekt »Stolpersteine« aus seinem Kunstverständnis hervorging.
Reiner Bernstein / Susanna Partsch Stolperstein München – „Das Geheimnis der Erinnerung ist die Nähe“ · Bertolt Brecht Über die Bezeichnung Emigranten · Paul Celan Todesfuge · Gunter Demnig / Joachim Rönneper Zwischen Mutter und Vater das Kind · Ida Fink Das Schlüsselspiel · Wolfgang Hahn Gunter Demnig, Tausendsassa · Sarah Kirsch Legende über Lilja · Primo Levi „Mein Name ist 174517“ · Nelly Sachs Wer aber leerte den Sand aus euren Schuhen? · Manfred Schneckenburger Denken – Gedenken – Mahnmäler heute · F.C. Weiskopf Die Geschwister von Ravensbrück u.a.
Reiner Bernstein / Susanna Partsch Stolperstein München – „Das Geheimnis der Erinnerung ist die Nähe“ · Bertolt Brecht Über die Bezeichnung Emigranten · Paul Celan Todesfuge · Gunter Demnig / Joachim Rönneper Zwischen Mutter und Vater das Kind · Ida Fink Das Schlüsselspiel · Wolfgang Hahn Gunter Demnig, Tausendsassa · Sarah Kirsch Legende über Lilja · Primo Levi „Mein Name ist 174517“ · Nelly Sachs Wer aber leerte den Sand aus euren Schuhen? · Manfred Schneckenburger Denken – Gedenken – Mahnmäler heute · F.C. Weiskopf Die Geschwister von Ravensbrück u.a.

Ein Titelbild, ein Foto von Karin Richert, abgelichtet ein Mädchen, ich nenne sie Anna, Aufnahme s/w, ein Fahrrad an einer Hauswand, keine Straßenflucht, Pflastersteine, ein Bürgersteig. Anna hockt unweit eines Hauseinganges. Eigen ist sie gekleidet, die Hose eher großflächig kariert, im Gegensatz dazu ihr Pullover, Wollknäuel punktiert, Turnschuhe. Die Hände stützen einen hellen Kopf. Verschränkte Arme sehen anders aus. In ihrem langärmeligen Pullover hat sie ihre Hände fast versteckt: kleine Kissen für zarte Wangen. Sie liest Buchstaben, Wörter, keinen Fließtext. Sie weiß noch nicht, was sie da liest: HIER WOHNTE, deportiert, ermordet, in den Tod geflüchtet, Geburtsjahre und Todesdaten, Namen. Anna hockt vor Stolpersteinen. In aller Welt hocken Kinder zum Spielen nieder, in diesem Fall ein unbekanntes Mädchen, Anna, zurückgekämmt ihr feines Haar, die Ohren frei, das Gesicht bis zur Nase verdeckt, keine Chance für ein Phantombild. Anna aber spielt nicht, sie liest Inschriften, beinahe andächtig. Sie liest für alle einen oder zwei Stolpersteine. Theresienstadt. Was heißt das schon KZ? Der elfte und der letzte Buchstabe im Alphabet. Kinder lernen. Wir sind das, woran wir uns erinnern. Auch Kinder gingen in Rauch auf - kein Sandkasten, kein Puppenwagen, kein Himmel mehr: Vor meiner Haustür.
Joachim Rönneper
Joachim Rönneper
Lesung / Buchvorstellung
02.02.2011 Zentralbibliothek Köln
16.04.2011 Stadtbibliothek Heilbronn
Museum op Kölsch